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Beziehungen zu Deutschland

07.05.2018 - Artikel

Stand: April 2018

Deutschland wird als wichtiger Staat der EU, als große Wirtschaftsmacht und als Litauen eng verbundener Partner gesehen. Durch frühere Zugehörigkeit Kleinlitauens (Memelland) mit den Städten Klaipėda (Memel) und Šilutė (Heydekrug) zum Deutschen Reich besteht eine historische Verbindung zu Deutschland. Die bilateralen Beziehungen sind am 28. August 1991 wieder aufgenommen worden. Sie basieren auf solidarischer Partnerschaft in EU und NATO sowie auf einem dichten Netz an Kontakten in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.

Im Rahmen der Vornepräsenz der NATO („enhanced Forward Presence“ eFP),  basierend auf den Beschlüssen des letzten NATO-Gipfels in Warschau 2016, hat Deutschland im Februar 2017 mit der Stationierung des deutschen Kontingents als Teil eines NATO-Bataillons in Litauen begonnen (derzeit: rund 1300 Soldaten, davon rund die Hälfte aus Deutschland).

Deutschland gehört weiterhin zu den wichtigsten Handelspartnern Litauens und ist ein bedeutender Investor.

Rechtliche Grundlage für die deutsch-litauischen Kulturbeziehungen ist das am 21. Juli 1993 in Bonn unterzeichnete Kulturabkommen. In Wilna arbeitet ein Goethe-Institut in den Bereichen Sprach-und Kulturarbeit. Darüber hinaus arbeiten der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) mit drei  Lektoren, einem Fachberater und zwei Lehrern an litauischen Schulen bzw. Universitäten.

Neben rund 60 Städte- und Kreispartnerschaften gibt es einen regen Schüler-, Universitäts- und Jugendaustausch. Ein deutsch-litauisches Kriegsgräberabkommen wurde am 04. Juli 1996 unterzeichnet; seither sind mehrere deutsche Soldatenfriedhöfe eingeweiht und in Stand gesetzt worden.

Vom 16.-20. Oktober 2017 fanden die von allen deutschen Institutionen in Litauen initiierten litauenweiten Tage der deutschen Sprache zum zweiten Mal statt. An insgesamt rd. 250 Veranstaltungen rund um die deutsche Sprache und Kultur im ganzen Land waren rd. 19.000 Personen aus vielen Institutionen direkt beteiligt. Vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung der bilateralen Beziehungen mit Deutschland als Partner steigt das Interesse an der deutschen Sprache in Litauen seit 2016 wieder an. 

PASCH hat sich in den vergangenen drei Jahren immer mehr zum Rückgrat der Deutschförderung in

Litauen entwickelt: Dieses  Netzwerk der Schulen ist innerhalb des letzten Schuljahres von 13 auf 16

Schulen angewachsen, und die DSD-II-Absolventenzahl ist gleichzeitig um 50% sprunghaft angestiegen.

Die Republik Litauen verfügt über kein eigenes Dokument zur Erklärung der Unabhängigkeit vor 100 Jahren (16.02.1918). Aus Anlass des 100- jährigen Jubiläums der litauischen Unabhängigkeit im Jahr 2018 wurde Anfang 2017 litauischerseits die Suche nach verschollenen Originaldokumenten initiiert. Anfang 2017 fand ein litauischer Professor ein Dokument des litauischen  Landrats an das Deutsche Reich (mit Originalunterschriften) im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts, mit dem die Unabhängigkeit Litauens mitgeteilt und um deren Anerkennung gebeten wird. Es handelt sich bei diesem Brief um ein Unikat, welches  als staatliche Unterlage historisch-politischen Beweiswert hat. Deutschland hat dieses Dokument als Leihgabe aus Anlass der Feiern zu 100 Jahre an Litauen übergeben, wo es im Haus der Signatare, dem Ort seiner Entstehung,  für bis zu fünf Jahre ausgestellt sein wird.  Das Dokument zählt zu den Glanzlichtern der 100-Jahrfeiern.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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